Kivalina ist eine 12 km lange Insel und liegt kaum 2 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist in den Sommermonaten nur per Flugzug und per Schiff zu erreichen. Durch den Klimawandel ist die Insel stark betroffen. Das Meer spült das Erdreich weg, von Jahr zu Jahr stärker. Das Dorf ist zunehmend gefährdet, die Schule ist mittlerweile nur noch 10 Meter vom Meer entfernt.
Geplant ist die künstlerische Spurensicherung in Kivalina im Zeitraum August 2009 bis Juli 2010.
Eröffnung
Freitag, den 4.9.2009 um 19 Uhr
Einführung
Helga Scholl
RAUM für KUNST
Sabine Bücher
In der Elisengalerie
Friedrich-Willhelm-Platz
52059 Aachen
fon/fax +49 (0)241 4544510
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Samstag von 12-17 Uhr
http://new.heimat.de/culturebase/terminausgaben/raum_fuer_kunst/index.html
PRESSE 4.09.2009, AN KULTUR Aachen:
Kunst ohne Künstlichkeit
Betty Beier zeigt „Erdschollen“ im Aachener Raum für Kunst
VON CHRISTOPH HAHN
Aachen. Das altmeisterliche Arbeiten „nach der Natur“ erfüllt Betty Beier mit ganz neuem Leben. In
Deutschland, China, Island und anderenorts nimmt die Künstlerin Abdrücke von – meist durch Bauprojekte
oder Tagebaue bedrohten – Landschaften. Die mit Gips hergestellten Abdrücke ergeben, zumal
mit den begleitenden Fotos, sinnlich starke Eindrücke, denen sich der Besucher der Ausstellung
im Aachener Raum für Kunst kaum entziehen kann. Leiterin Sabine Bücher präsentiert Beiers andere
Landschaftsbilder als dritten Teil einer Ausstellungs-Trilogie mit Schülern von Wolfgang Nestler,
dem in der Eifel lebenden Bildhauer und Professor an der Kunstakademie Saarbrücken.
Betty Beiers Arbeiten sind keine toten Museumsstücke, sondern sehr lebendige Tableaus, die den
Blick für das Besondere in jeder Landschaft schärfen. Darunter finden sich auch Bezüge auf die Region.
Der Betrachter meint die schrundige Erde des letzten, inzwischen längst abgebaggerten
Weizenfeldes im Bereich des heutigen Braunkohle-Tagebaus Inden riechen und schmecken zu können,
wenn er die an der Wand aufgehängte Abformung entdeckt. Selbst der aufkeimende Weizen scheint
noch grün zu sein – ist aber im wahrsten Sinne ein Kunstgriff mittels Pigmenten. In unmittelbarer
Nachbarschaft hängt das Relief eines alten fränkischen Friedhofs aus dem Tagebau-Gebiet.
Die Faszination des an und für sich Unspektakulären steigt wieder auf – ein Eindruck, der sich
durch die Fotos weiter rundet.
Insgesamt sechs solcher „Erdschollen“ zeigt die Künstlerin, die den Weg zu diesen Arbeiten über
die klassische Malerei gefunden hat, in Aachen. Dabei prägt sich das vor allem aus Algen und
Kunstharz geformte Abbild aus einem heute vom Wasser eines Staubeckens am Gelben Fluss (Huangho)
überspülten Gebiet ein: Alles scheint noch zu schwimmen, im Fluss zu sein – ein lebendiges „als
ob“, eine Kunst ohne Künstlichkeit. Pfiffig wirkt im Übrigen die Art und Weise, wie Betty Beier ihre
Fotos aus China zeigt: Sie hat sie in eine Transportkiste für ihre Gipsplatten von dort eingelassen.
Referenz und Reverenz gleichermaßen ist die Skulptur des Lehrers Wolfgang Nestler, die sich an der
abschließenden Fenster-Front des Kunst-Raumes findet. Auf Grund ihrer abfallenden Struktur bildet
sie in sich eine gewisse Landschaftlichkeit, zumal sich auf ihrer Oberfläche pflanzliche Gebilde
finden – eine wahrhaft runde Sache, diese Ausstellung.
“Sommer 2009 Kivalina, Alaska” (Artproject Betty Beier Climate Change)



http://www.kunstfonds.de/einzelkuenstler.html
1. 22. August 2009, Von Kotzbue nach Kivalin im Flugtaxi, 2. Kivalina aus der Vogelperspektive, im Hintergrund die Kivalina Lagoone und der Wulik River, 3. Kivalina Nachts, 4. Schutzwall, 5. Kivalinacity
Fahrerbunker, Berlin Betty Beier 1998
Drivers’ bunker, Berlin Betty Beier 1998
Unter Führung des Archäologen Dr. Fuchs durfte ich den Fahrerbunker betreten. Der ganze Bunker stand bis zu einem halben Meter unter Wasser. Die roten Markierungen zeigen Abnahmen von mir. / I was allowed to enter the drivers’ bunker guided by the archaeologist Dr. Fuchs. The entire bunker was submerged, the water up to half a meter deep. The red spots marks my imprints.
“Ministergärten”
Erdschollen und Fotografien
Einzelausstellung in der Galerie HBKsaar, Saarbrücken
7.Februar bis 8.März 2009
Eröffnung: Samstag 7. Februar 2009, 18:00 Uhr
Einführung: Prof. Matthias Winzen
Katalogpräsentation
Zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz, dort, wo sich einst die Ministergärten, später Hitlers Reichskanzlei und zuletzt der Todesstreifen befunden hatten, ist der Standort des Holocaust-Mahnmals (Mahnmal der ermordeten Juden Europas) sowie verschiedener Landesvertretungen der Bundesländer.
Dieses Grundstück, genannt Ministergärten, sowie die unmittelbare Umgebung dieses Areals sind historisch vorbelastet, von Bismarck bis Hitler standen hier buchstäblich alle im Sand. Die Freilegung der NS-Bunker während der Bauarbeiten 1997-1999 für das Holocaust-Mahnmal und die Vertretungen der Bundesländer löste eine Debatte aus, ob Fahrer- und Führerbunker unter Schutz gestellt bzw. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Daniel Goldhagen forderte sogar, die Betonruinen unter internationale Protektion zu stellen. Befürchtete Wallfahrten von Neonazis einerseits, die unmittelbare Nähe des geplanten Holocaust-
Mahnmals andererseits, ließen die Debatte ins Leere laufen. Die freigelegten NS-Bunker verschwanden nach ihrer wissenschaftlichen Erkundung wieder unter der Erde, mit ihr die Diskussion um sie.
Von 1997 bis 1999 habe ich die Bauphase „Tiefenenttrümmerung“ begleitet und Spuren gesichert.
The area between the Brandenburg Gate and Potsdamer Platz – where once the Ministerial Gardens, later Hitler’s Reich Chancellary,
and last the so-called death strip were located – now accommodates the Holocaust Memorial (Memorial to the Murdered Jews of Europe), as well as several Länder representation buildings of German federal states.
This property, called Ministerial Gardens, as well as the immediate surroundings are burdened with history; from Bismarck to Hitler – all literally stood in the sand here.
The excavation of the Nazi bunkers during the construction phase for the Holocaust Memorial and the Länder representation buildings between 1997 and 1999 triggered a debate on whether Hitler’s shelter and the drivers’ bunker ought to be protected as historic
monuments and opened to the public. Daniel Goldhagen even demanded that the concrete ruins be put under international protection. The fear of neo-Nazi pilgrimages on the one hand, and the close proximity of the planned Holocaust Memorial on the other hand put an end to this debate. After the scientific research, the excavated Nazi bunkers once again disappeared beneath the earth, which ended the associated discussion.
Between 1997 and 1999, I accompanied the construction phase of underground demolition (“Tiefenenttrümmerung”), and secured traces.
Arbeit am Erdschollen-Archiv
„Rieselfeld und Taubergießen“
25.11.-17.12.2008
Regierungspräsidium Freiburg
Bissierstr. 7
Landesausstellung 2008
Eröffung: 27.06 um 19:30 Uhr
vom 27. Juni bis 31. August
Museum Schloss Fellenberg, Merzig
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 14-18 Uhr
und nach Veranmeldung
Torstraße 45a, 66663 Merzig
Telefon 06861/7930-30 und 31
http://www.museum-schloss-fellenberg.de/
Näheres unter: http://www.saarland.de/37952.htm